Pressemitteilung der FDP Lorsch zum geplanten Gewerbegebiet

Für einen dauerhaft tragfähigen und zukunftssicheren Haushalt der Stadt Lorsch braucht es aus Sicht der Lorscher FDP zusätzliche Gewerbeflächen. Die finanziellen Herausforderungen der kommenden Jahre sind nicht abstrakt, sondern ganz konkret spürbar: steigende Umlagen, wachsende Pflichtaufgaben im Sozial- und Betreuungsbereich, höhere Energie- und Baukosten sowie kontinuierlich zunehmende Personalaufwendungen belasten den städtischen Haushalt massiv. Gleichzeitig stehen wichtige Investitionen an – in unsere Kitas, in die Sanierung von Straßen und Gebäuden, in Feuerwehr und Infrastruktur, in Digitalisierung und Klimaanpassung. Ohne zusätzliche, verlässliche Einnahmen drohen Einschnitte bei freiwilligen Leistungen, weniger Gestaltungsspielraum und weitere Belastungen für Bürgerinnen und Bürger.
Besonders deutlich zeigt sich das am steigenden Hebesatz der Grundsteuer. Wenn die Einnahmeseite nicht strukturell verbessert wird, geraten Eigentümerinnen und Eigentümer sowie mittelbar auch Mieterinnen und Mieter immer stärker unter Druck. Das kann und darf kein Dauerzustand sein. Wer langfristig handlungsfähig bleiben will, muss die wirtschaftliche Basis verbreitern. Neue Gewerbeflächen sind dafür ein zentraler Baustein – und das interkommunale Projekt „Stubenwald III“ bietet hierfür eine konkrete und realistische Perspektive. Gleichzeitig ist für uns ebenso klar: Neben einer Stärkung der Einnahmen muss auch die Ausgabenseite konsequent überprüft und verbessert werden. Haushaltsdisziplin, klare Prioritätensetzung und Effizienz in der Verwaltung gehören ebenso zu einer nachhaltigen Finanzpolitik wie zusätzliche Steuereinnahmen.
Ein modernes, interkommunales Gewerbegebiet schafft konkrete Vorteile: zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen, neue Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie Planungssicherheit für Handwerksbetriebe, mittelständische Unternehmen und innovative Neugründungen. Gerade für Lorsch bedeutet dies die Chance, die eigene Finanzkraft strukturell zu stärken und gleichzeitig wohnortnahe Arbeitsplätze zu sichern. Kurze Wege, schnelle Verfügbarkeit handwerklicher Dienstleistungen und regionale Wertschöpfung kommen unmittelbar auch den Bürgerinnen und Bürgern zugute.
Auch unter Umweltgesichtspunkten ist der Standort differenziert zu betrachten. Das Gebiet liegt eingebettet zwischen bestehender Verkehrsinfrastruktur, dem vorhandenen Gewerbegebiet Stubenwald und technischen Anlagen. Eine hochwertige, moderne Planung mit klaren Energie- und Klimastandards, Begrenzung der Flächenversiegelung sowie verbindlichen Ausgleichsmaßnahmen ist selbstverständlich Voraussetzung. Ein modernes Gewerbegebiet bedeutet zudem die Möglichkeit, klare Ansiedlungskriterien festzulegen. Der Fokus sollte auf Handwerk, innovativen und technologieorientierten Betrieben liegen und die Ansiedlung von Flächenlogistik untersagen. Gerade weil es sich nicht um eine unberührte Einzellage handelt, bietet der Standort die Möglichkeit, wirtschaftliche Entwicklung und Umweltverantwortung in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.
Das geplante Gebiet liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße 47 sowie in unmittelbarer Nähe zu den Autobahnen A 67 und A 5. Durch die bereits vorhandene Infrastruktur – bestehende Straßenanbindungen sowie Energie- und Wasserversorgung aus Richtung Bensheim und Lorsch – ist das Areal weitgehend erschlossen. Nach derzeitigem Stand sind daher keine erheblichen zusätzlichen Erschließungskosten zu erwarten.
Für die FDP Lorsch ist klar: Das interkommunale Gewerbegebiet ist eine echte Zukunftschance. Es stärkt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Stadt, sichert Einnahmen und schafft Arbeitsplätze – und damit die Grundlage für eine stabile und handlungsfähige Kommune.